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Über mich

Bereits in jungen Jahren erwischte mich eiskalt das Elektronik- und Amateurfunkvirus, als ich in den piepsenden, blinkenden meines Onkels in Hannover stolperte.

Mit 5 Jahren hatte ich regelmäßigen Zugriff auf Computer – einer davon stand in meinem Zimmer, es war eine dieser Brotdosen namens C64, die bald durch eine C128-Dose ersetzt wurde.

Mit 6 folgte dann das Upgrade auf den ersten ATARI ST, noch die Version mit einem Viertel Megabyte RAM, was mir aber schnell zu eng wurde.

Natürlich kannte ich die damals gängigen Spiele auf den Geräten, ich habe aber von Anfang an erste Programmierversuche auf C64, C128, C16, VC20, CPC464, ATARI ST, ZX81 usw unternommen.

Das war gar nicht so einfach. Ich konnte ja noch gar nicht richtig lesen. Was manchmal dazu führte, dass ich seitenlange Listings aus Zeitschriften abgetippt habe und versuchte, diese zum Laufen zu kriegen. Quelltext war mir daher bald geläufiger als die Texte, die ich in der Schule lesen sollte. Zur „Freude“ meiner Eltern. 😉

Nach und nach wusste ich aber doch, was ich da tat, und die kleinen Programme funktionierten.

Wir sprechen hier nicht von objektorientierter Programmierung, Klassen, Modulen, Systemcalls, … Viele Jahre programmierte ich im sehr komfortablen und schnellen GFA-Basic, zwischendurch auch mal in omikron, ebenfalls eine Basic-IDE.

Immer wieder las ich von C, aber die Entwicklungsumgebungen und benötigten Libraries damals waren für mich nicht verständlich, die Notation eine ziemlich komplizierte aus Sicht eines Kindes. Außerdem benötigte ich dafür eine Festplatte, während meine bisherigen Projekte alle auf Diskette entstanden waren.

Diese kam auch in Form einer 20-MB!-HDD, die ich sogar noch partitionierte.

Durch das fixe OS namens KAOS und diverse Hardware-Tweaks waren der ST und später der Mega ST 4 schnell genug, um sich viele Jahre vor der PC-DOS-Windows-Welt zu drücken. Den ersten Kasten dieser Art kaufte ich mir vom restlichen Konfirmationsgeld, das wird wohl etwa 1995 gewesen sein. Drin steckte eine Wahnsinns-CPU, die mit 200 MHz befeuert wurde (P54C).

Mit der Windows-Welt konnte ich mich nie (bis heute) richtig anfreunden, weil vieles unglaublich unergonomisch gestaltet und zusammengewürfelt erschien. Unter der Haube kein Problem, programmiert habe ich die Dinger genau wie den ATARI, aber wieso sollte man sich mit so einer furchtbaren Benutzeroberfläche herumschlagen, an die immer wieder neue Features drangeknotet wurden statt einfach mal alte Zöppe abzuschneiden? Dass sich dies auf Hardwareebene fortsetzt, haben wir auf dem Weg von 8 zu 64 Bit ja bereits mehrfach erleben dürfen. Mühsam, solche alten Designs mitzuschleppen!

Von 2000 bis 2005 habe ich dann Informatik studiert und das Hobby zum Beruf gemacht – ich würde nicht ohne Einschränkung zustimmen, dass das eine besonders gute Idee war. 😉

 

Im Keller meines Onkels waren damals aber alle möglichen elektronischen Geräte aufgebaut, unter anderem Sendeempfänger für Amateurfunk, die einen ebenso großen Reiz auf mich ausübten: da konnte man eine elektromagnetische Welle erzeugen und abstrahlen, die viele tausend Kilometer entfernt wieder aufgenommen werden konnte. Und das mit Leistungen im Bereich weniger bis 100 Watt. Mit dieser Leistung kann man lediglich eine Taschenlampe betreiben bzw. einen Raum beleuchten!

Ein großes Thema damals war PacketRadio, ein eigenes Datennetz, das sich Funkamateure geschaffen hatten und betrieben. Hier  gab es bereits die Möglichkeit, über einen Usereinstieg vielerlei Dienste zu nutzen: Mailboxen, in denen ein Bulletin-Board-System das Lesen und Versenden von Nachrichten zu bestimmten Themen in bestimmten Rubriken erlaubte, so ähnlich wie heute Newsgruppen oder Foren. Kostenlos. Von Funkamateuren für Funkamateure. Man konnte chatten, große Entfernungen überbrücken, mit der MIR Kontakt aufnehmen, Wetterstationen abrufen, OMs Nachrichten in ihrem TNC hinterlassen usw usf.

Spannend war „Packet-DX“ tatsächlich: das Netzwerk, also sozusagen den Backbone, bildeten automatische Stationen, die durch Richtfunkstrecken miteinander schnell vernetzt waren. „Schnell“ bedeutete damals 9600-19200 Bd! Diese äußerst unzuverlässigen Verbindungen hielten mich nicht davon ab, mein Glück Richtung Osteuropa und später sogar England, USA und Australien zu versuchen, um dort andere OMs anzuschreiben und mich in deren lokalen Mailboxen umzusehen. Ein bisschen „Hackerfeeling“ war bei meinen nächtlichen Streifzügen dabei, das war aber alles ganz legal.

Mehrere Male habe ich sogar den Überflug der MIR dafür genutzt, mich dort einzuloggen und eine Mail an mich selbst oder andere OMs abzusetzen. In der Route der empfangenen Mail zu lesen, dass R0MIR auf der Route lag, und dass diese Mail irgendwo in den USA dann an die das Netz auf der Erde übergeben wurde, das hat schon seinen besonderen Reiz.

Das alles fand 1993 statt, als ich mich noch mit einem 2400-Bd-Modem stundenlang – wieder zur „Freude“ meiner Eltern – in die kostenpflichtige örtliche Telefon-Mailbox oder ins fidonet einwählte, um dort so ein internetartiges Erlebnis zu haben.

Compuserve, AOL & Co. kamen erst viel später, und etwa 1997 fanden dann die ersten Ausflüge ins WWW statt wie wir es heute kennen.

Nostalgik rules! 🙂

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One comment

  1. Klasse und spannend 🙂 73, de Udo DO1IP



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